Spanisch ziemlich rápido – Teil 5

Als ich im Dezember 2017 einen A1 Spanischkurs begann, ahnte ich nicht, wie besessen ich bald von dieser Sprache sein würde. Heute, neun Monate und drei Niveau-Stufen später, bin ich überrascht, wie schnell man eine Sprache lernen kann ohne je Vokabeln gepaukt zu haben. Meine Tricks und Strategien dafür (die natürlich nicht nur für Spanisch funktionieren), hab ich in dieser Artikelreihe zusammengefasst.

Spanisch ziemlich rápido – Teil 5

Social media en español

Man unterschätzt leicht, wie nützlich soziale Medien sein können, um eine Fremdsprache zu lernen und sich so virtuell in einen realen Sprachkontext zu begeben. Für mich war Facebook da in mehrererlei Hinsicht extrem hilfreich:

Fremdsprachige Facebook-Freunde

Ich hab in Südamerika etliche Leute kennengelernt, mit denen ich mich auf Facebook befreundet habe. Das sind nun wahrlich keine engen Kontakte und bei meinen über 500 Facebook-Freunden würden sie wahrscheinlich untergehen, wenn ich sie nicht gezielt pflegen würde. Nach meiner Reise begann ich (zunächst aus Nostalgie), ihre Posts zu kommentieren oder zu liken, was dazu führte, dass auch sie meine Posts häufiger sahen und ebenfalls oft kommentierten. Es klingt banal, aber jede kleine Facebook-Plauderei auf spanisch – sei es über die verlorenen Spiele der peruanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM oder einfach nur über das Wetter in Cusco – waren ein kleines bisschen echte Spanisch-Konversation in meinem Alltag, die mich beflügelte und meinen Kontakt zur Sprache (auch emotional) intensivierte. Vor allem kosten diese kleinen Gespräche überhaupt keine zusätzliche Zeit, wenn man ohnehin Zeit auf Facebook verbringt.

Fremdsprachige Facebook-Seiten abonnieren

Aus Interesse an den Themen habe ich etliche lateinamerikanische Seiten auf Facebook abonniert und sehe nun regelmäßig ihre Posts in meinem Feed. Dadurch hat sich mein Facebook-Feed schleichend „verspanischt“. Mir gefällt es, dadurch regelmäßig mit Themen in Kontakt zu sein, die meine normale deutsche Filter-Bubble durchbrechen und meinen Horizont erweitern. Vor allem aber führt es dazu, dass ich nun ganz selbstverständlich spanischsprachige Posts lese, ohne mir gezielt vorzunehmen, „jetzt lerne ich spanisch“.

Facebook Interface in andere Sprache umstellen

Neulich entdeckte ich, dass man mit einem Klick das Facebook Interface in jede beliebige Sprache umstellen kann. Also habe ich es auf Spanisch umgestellt. Das Ergebnis war kurios: Die Funktionen sind dieselben, doch das Erlebnis ist ein völlig anderes. Man wird plötzlich mit einem Haufen Vokabeln konfrontiert, die man möglicherweise noch nicht kennt, doch wenn man Facebook kennt, weiß man, was sie bedeuten. Da nach der Umstellung auch alle Benachrichtigungen (à la „Christina hat etwas in der Gruppe ‚Reisen in Peru‘ gepostet“ oder „Das Event ‚Noche latina‘ findet morgen statt“) übersetzt werden, lernt man auch ganz beiläufig Formen der Vergangenheit und Zukunft. Wieder so eine Sache, die überhaupt keine Zeit kostet, aber eine geballte Ladung Fremdsprache in den eigenen (Medien-)Alltag bringt.


Weitere Artikel dieser Reihe:

Spanisch ziemlich rápido – Teil 1: Den richtigen Kurstyp wählen
Spanisch ziemlich rápido – Teil 2: Wer schreibt, der bleibt lernt
Spanisch ziemlich rápido – Teil 3: Kontakt mit Muttersprachlern suchen (trotz Angst)
Spanisch ziemlich rápido – Teil 4: In die Kultur eintauchen
Spanisch ziemlich rápido – Teil 5: Social Media en español
Spanisch ziemlich rápido – Teil 6: Wenn man sonst niemanden zum reden hat…

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